Welcome to the Archives

Publishers’ Forum 2016

Themen 2016

Wie sich die Buchbranche – strategisch wie auch praktisch – über alte Begrenzungen hinwegsetzt, neue Formate ineinandergreifen und alles zugleich größer und doch viel kleinteiliger wird

Es schien, als wäre das digitale Gewitter über der Verlagsbranche hinweg gezogen, ohne arg viel zu verändern. Umsätze aus dem E-Book-Geschäft haben sich auf scheinbar niedrigem Niveau eingependelt und wachsen selbst im englischen Sprachraum kaum noch. Und während die Print-Umsätze stagnieren und immer mehr Leser nach einer immer kleineren Zahl von Super-Bestsellern greifen, gilt die Optimierung der Arbeitsprozesse für viele als hinreichend, um in den neuen Rahmenbedingungen des Buchmarkts voranzukommen.

Der Schein trügt.

Die Marktführer der Branche – egal ob Verlage, Distributoren oder Dienstleister – werden immer stärker. Ihr Gewicht im Gesamtmarkt wächst. Und manche versuchen, allein die gesamte jeweilige Wertschöpfungskette abzudecken. Die kleineren und mittleren Unternehmen müssen sich in immer härteren Konkurrenz-Situationen positionieren und stets auf‘s Neue beweisen.

Zugleich sah man allerdings auch eine ungeahnte Zahl von Neugründungen, ob in Gestalt neuer, spezialisierter Abteilungen, um für bestehende Unternehmen die Innovationskraft zu bündeln und Innovationen zu beschleunigen, oder als Start-ups, die von Grund auf die Gestaltung und Vermarktung von medialen Inhalten auf neue Beine stellen wollen.

Leser – als die Konsumenten von Inhalten – machen in ihrer Mehrzahl immer weniger Unterschied zwischen Büchern und anderen Medienangeboten, was zu gänzlich neuen Konkurrenz-Problematiken führt: Die Exklusivität eines Buchs – egal ob gedruckt oder auf einem digitalen Schirm – muss sich gegenüber Games oder Videos als Downloads oder im Streaming behaupten, und auch gegenüber der Zeit für den Austausch mit anderen in den sozialen Medienplattformen.

Das Publishers’ Forum 2016 wird diese erweiterten Wertschöpfungsketten und immer komplexeren Prozesse strategisch wie auch in der Anwendungspraxis darstellen und diskutieren.

Themen und Fragestellungen:

  • Die neue Komplexität – Kerngeschäft contra Grenzüberschreitung:
    Sollten Entscheidungskompetenzen, Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe zentralisiert werden, oder gilt im Verlagsgeschäft weiterhin, dass Diversität für den verlegerischen Erfolg unabdingbar ist? Haben Investitionen ins Kerngeschäft oberste Priorität, oder neue Kanäle, Plattformen und Medienformate? Auf bestehende Kundengruppen fokussieren oder neue Zielgruppen erschließen?
    Da die verfügbaren Ressourcen – finanziell wie personell – begrenzt sind und immer kürzere Planungshorizonte ein agiles Management erfordern, ist die richtige Balance zwischen solchen Entscheidungen entscheidend für den Erfolg – oder sogar das Überleben – eines Unternehmens;
  • Neues Denken, neue Praxis – Nahaufnahmen neuer Akteure und Konzepte im Verlagsgeschäft:
    Zahlreiche neue Verlags-Initiativen wurden gegründet. Aber auch Impulse von außerhalb der Buchbranche gewinnen für die Steuerung des Geschäfts an Relevanz. Start-ups und neue Gründer folgen anderen Strategien, aber auch innerhalb der Verlagswelt lassen sich aus unterschiedlichen Sparten wichtige Einsichten zur Anwendung bringen.
    Was kennzeichnet relevante neue Konzepte und worin unterscheiden sie sich? Und wie lassen sich Konzepte auf ihre Belastbarkeit hin prüfen? Eine strukturierte Übersicht – wie auch getestete Praxiserfahrungen – helfen, neue Risiken und Herausforderungen praxisnah einzuschätzen;
  • Management-Herausforderungen – Die Wertschöpfungskette erweitern und komplexe Prozesse über IT steuern:
    Komplexe und häufig widersprüchliche Anforderungen stellen hohe Herausforderungen an die Entscheidungsprozesse im Unternehmen. Das traditionelle Kerngeschäft hat andere Prioritäten als die Ausweitung der Geschäftsfelder in neue, meist digitale Erweiterungen des Portfolios aus Produkten und Services.
    Die Steuerung immer komplexerer Prozesse und das Handling unterschiedlichster Formate und Kanäle zum Kunden erfordern Steuerung durch aufwendige IT-Systeme. Die Integration aber gelingt nur, wenn auch entsprechendes Personal gewonnen und weiter entwickelt wird, das den Brückenschlag zwischen Innovation und bestehender Organisation zu leisten vermag.
    Dies alles setzt neue Kompetenzen, neue Kooperationsformen und neue Konzepte voraus. Der Einsatz von Technologie und die Personalentwicklung sind häufig die entscheidenden Schlüssel zum Erfolg.
  • Über das Buch hinaus – mobil, medienübergreifend und Social-Media-getrieben:
    „Das Smartphone ist das neue Zentralgestirn, um das herum alles andere kreist“, sagt Silicon Valley Analyst Ben Evans. Dies bedeutet nicht notwendigerweise, dass künftig deutsche Leser einen dicken Roman auf dem kleinen Screen lesen werden (was in Asien normale Praxis ist). Aber sie erfahren von neuen, spannenden Inhalten und Angeboten sehr häufig über das Handy, von Freunden in sozialen Medien, oder beim raschen Durchklicken der wichtigsten News.
    Längst gehen auch dem Kauf eines gedruckten Buchs meist unterschiedlichste digitale Interaktionen voraus, für die mobile Ökosysteme wie Facebook, Twitter sowie die APP Stores von Apple und Google/Android den technologischen wie auch den Handlungs-Rahmen definieren und abstecken.
    Welche Auswirkungen hat diese fundamentale Entwicklung für das Verlagsgeschäft?

Das Publishers‘ Forum 2016 am Donnerstag, den 28. und Freitag, den 29. April 2016 in Berlin kommt mit geschärftem Profil und neuen Angeboten:

  • Eine ausgewogene Balance aus globalen Strategien und lokalen Anwendungsbeispielen:
    Ein kompakter Blick auf den Buchmarkt in Deutschland und Europa wird erweitert durch internationale Perspektiven, mit Beiträgen von herausragenden Referentinnen und Referenten in je einem deutschsprachigen und einem englischen Themenstrang;
  • Zwei Konferenztage, deren erster strategische Konzepte herausstellt, während der zweite Tag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um die Werkbank versammelt:
    Kühne Visionen am Donnerstag werden am Freitag durch Workshops untermauert, in denen die Anwendungspraxis und die Teamorganisation in den Veränderungsprozessen im Mittelpunkt steht;
  • Eine abgestimmte Mischung herausragender Referentinnen und Referenten:
    Beiträge sowohl aus der Buchbranche wie auch verwandten Bereichen der Content- und Medienindustrie werden durch Moderatoren vernetzt, die gezielt Themen und Fragestellungen verknüpfen und konkretisieren;
  • Ein neuer Veranstaltungsort – das dbb forum Berlin:
    Zentral in Berlin-Mitte an der Friedrichstraße gelegen – mit fußläufig zu erreichenden Hotels unterschiedlichster Kategorien – und modernster Konferenztechnik ausgestattet. Hier kann sich eine einzigartige Veranstaltung entfalten;
  • Es geht um das Gespräch:
    Die gemeinsame Diskussion und der persönliche Austausch über Trends und Erfahrungen sind für uns ein zentraler Wert beim Publishers‘ Forum 2016.

Das Publishers‘ Forum 2016 hat den Ertrag, den alle Teilnehmenden aus zwei Tagen Programm und Austausch mitnehmen, fest im Blick:
die Erweiterung des gedanklichen Horizonts, das Gespräch über gemachte Erfahrungen und die informelle Unterhaltung in den Pausen, beim Lunch und am Abend zwischen den Konferenztagen. Wir wollen Entscheidungsträgerinnen und -träger und wichtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quer durch die Hierarchien im Unternehmen hindurch in einem produktiven Dialog zusammenbringen.